Wichtig ist im Garten

Wichtigste Erkenntnis des Wochenendes.

Es ist auch nicht schlimm, wenn Großereignisse wie der erste Geburtstag deines Kindes mit anderen Großereignissen, wie zum Beispiel dem Eröffnungsspiel einer Europameisterschaft im Rasenschach, zusammentreffen, denn letzteres bekommst du sowieso nicht mit, denn du stehst im Garten, am Grill mit rund hundert Tonnen Grillgut (und neuerdings auch Grillkäse, für Vegetarier und Gummiliebhaber) und trinkst Bier, vor allem mit Menschen, denen Fußball grundsätzlich egal ist. Manchmal sind die sogar sympathisch. Hauptsache die Sonne scheint.

Eben jenes #Kind3 glaubt übrigens – so kann man es jedenfalls beobachten – dass es Bälle ausschließlich mit dem Fuß berühren darf. Rechts wie Links. Die Mutter ahnt Schlimmes.

Genauso unangenehm wie der karnevalistische Budenzauber, der seit 2006 den Fußball außerhalb der Vereinssphären begleitet, sind Typen, die schon in echt nicht so gut aussehen und dennoch ihren Körper in hautenge Trikots zwängen müssen, als sähen sie dann wie Arjen Robben aus. Aber gut, das ist gehört wohl zu diesem Fan-Sein, von dem alle reden und mit dem ich nicht so viel anfangen kann, vor allem wenn selbige Typen vor, während und nach den gezeigten Spielen die Welt mit homophoben und antisemitischen Gedankengut verpesten müssen. Dabei könnte alles so schön sein.

(Was hat die (tatsächliche und die herbei spekulierte) sexuelle Präferenz eines Bundestrainers und verschiedener seiner Spieler mit Fußball an sich zu tun?)

Dass in Lwiw portugiesische Spieler von deutschen Fanatikern mit Papierkugeln beworfen wurden, war natürlich skandalös. Einige daheimgebliebene Zuschauer, die an einer friedlichen, familienfreundlichen Atmosphäre im Stadion interessiert sind, forderten sogar Spielabbruch. Später zündeten wir ein paar Böller. Weiterhin skandalös ist die Tatsache, dass die UEFA uns eine supigeile problembefreite EM vorgaukeln möchte und uns deshalb zum Beipiel einen Flitzer im Spiel Kroatien vs. Irland vorenthält. Gehören Flitzer nicht auch zur Fankultur? Und wo sind die fankulturistischen Vuvuzelas, die vor zwei Jahren das Fernseherlebnis so einmalig machten?

Wichtig ist im Garten, im eigenen und allein, versteht sich. Zweitwichtigeste Erkenntnis des Wochenendes: Ich mag Mehmet Scholl. Aber das sagte ich, glaube ich, schon einmal.

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Leben auf dem Mars


Waking Mars

Was man so macht, wenn man nicht gerade mit den Jungs „aufm Platz“ abhängt und denen zusehen darf und die anderen Menschen, die einen dabei umgeben, ertragen muss, wobei ja nicht alle in dieser Vereinsmeierei ihre Profilneurosen ausleben, aber einige, die ihren Machiavelli gelesen haben, obwohl sie den gar nicht kennen, geschweige denn buchstabieren könnten. Erschreckend, eigentlich, wie naiv man selbst an diese Geschichte mit dem Kinder- und Jugendfußball herangeht, während andere schon ganz bestimmt wissen, dass ihr Kind the next Schweinsteiger, Müller, wenn nicht sogar Messi ist und eine Mannschaft nur verliert, weil die anderen so schlecht sind.

Im Schatten liegen und dem Mars ein wenig Leben einhauchen, das nenne ich Kontrastprogramm.

(Waking Mars und viele andere Zeitdiebe, bis zum 01.06. fast geschenkt. Sozusagen.)


Gesammelter Scheiß, Folge 9

Finale dahoam. Das gesamte Internet ist zugesenft mit Meinungen dazu, das ist ganz gut so, hier kommt meine: Mäh. Letztlich kann man den Bayern vielleicht ihre mangelnde Effektivität, ihre schlechte Chancenverwertung vorwerfen, das Spiel hat aber das Glück entschieden. Aus Bayern-Sicht: Der Mangel daran. Ein Finale der Psychologie und des Zufalls. So ist Fußball, so ist das Leben. Chelsea FC ist nicht der BVB. Zehn Mann rennen gegen eine Mauer, die solide genug ist, auch nach hundertzwanzig Minuten nicht zu wackeln, das verunsichert natürlich. Wenn man genügend Beine im Strafraum parkt, wird der Gegner nie das Tor treffen (siehe auch im Camp Nou, 24.04.2012, 82% Ballbesitz und trotzdem nichts gewonnen). Dass Manuel Neuer als dritter Schütze einen ordentlichen Elfmeter einschenken darf, spricht für sich allein. Dass so wenige Spieler wirklich Verantwortung übernehmen wollten, kann man problematisieren, man kann es dem Menschen im Spieler aber nicht vorwerfen. Während des Spiels hing gefühlt ein riesiger Monolith aus Granit, prall gefüllt mit Erwartungen, über der Allianz-Arena, DAS Finale, im eigenen Stadion, eine Konstellation, die alle Zillionen Jahre im Laufe der Champions League mal vorkommt, der Präsident hatte sich das doch so gewünscht, alle hatten sich das gewünscht und jetzt musste man gewinnen, wer soll das aushalten? In der Nacht eine ordentliche Portion Bayern-Fan in mir entdeckt, na und? Klasse Choreo.

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Gesammelter Scheiß ist ja letztendlich auch die Fortführung von Senf mit anderen Mitteln.

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Hertha? Einspruch! Wirtschaftlich nachvollziehbar, sportlich eine Frechheit. Überaus schlechte Rückrunde, kein Relegationsspiel überzeugend für sich entscheiden können, sportlich spricht alles für einen Abstieg, Pech für Düsseldorf, dass sich ihre engagierten und übermotivierten Fans zu früh freuten. Hertha, meine Sympathie sichert ihr euch mit diesem gesammelten Scheiß nicht. Ist euch aber vielleicht auch Wurst.

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Verheiratet mit Jogis 12. Frau.

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Diablo 3, auch etwas, das ein bisschen scheiterte. An seiner eigenen Popularität und auch an der allgemein in der sogenannten Urheberszene anerkannten Idee, dem gemeinen Benutzer zu misstrauen, ihn grundsätzlich immer für einen Raubkopierer zu halten und ihm so wenig Bequemlichkeit wie nur möglich zu bieten. Man kann Diablo 3 nicht einfach so spielen, vor allem nicht in der Sahara oder der Arktis oder auf dem Mount Everest, zumindest wenn man dort kein Internet hat. Nicht einmal eine schnöde, einsame Landpartie als Einzelkämpfer (über Jahre in Diablo und Diablo II so praktiziert) ist ohne Netz möglich: Unnötig. Und dabei weiß doch jeder, dass DRM gar nicht funktioniert. Seis drum, nun freue mich auf Torchlight 2.

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Ach ja: Bengalo-Werfer haben ganz kleine Schwänze.

(scnr)


„Geistiges Eigentum ist wie ein Fahrrad“

Wird mein Fahrrad geklaut, kann es teuer werden. Dann hab ich es nämlich verbreitet. Der Hersteller kann dann ja keines mehr direkt an den Dieb verkaufen. Und ich stehe dafür gerade.

Mein Rad – 137b zeitweise

Geistiges Eigentum ist geistiges Eigentum, wahrscheinlich eine magische Essenz aus der World of Warcraft. Wer viel Mana hat, hat auch viel geistiges Eigentum. Zum Beispiel.

Wobei natürlich zu fragen ist: Wem gehört denn hier was? Wieviel Eigentum kann ich beispielsweise an einem Musikstück haben, dass ich in einem dafür vorgesehenen Programm am Schreibtisch aus zuvor von anderen aufgenommenen Samples, die mir zur Nutzung überlassen wurden (schließlich habe ich für das Musikerstellungsprogramm ordnungsgemäß bezahlt bzw. eine Lizenz erworben, zur Nutzung, was wiederum neue, unglaublich komplizierte Fragen aufwirft etc. pp.), zusammenklöpple und abspeichere? (Ist durchaus schon einmal vorgekommen.) Gehört das dann mir allein oder mir gemeinsam mit den Menschen, die in mühsamer Heimarbeit kleine Soundschnipsel digitalisierten und abspeichert, damit ich daraus Neues bastle? Gehört dieser kleine, aber frisch geschöpfte Text hier mir und das Zitat dem Autor des verlinkten Blogs und nehme ich ihm mit dem Zitat etwas weg und würde mir jemand, der mich zitierte, ebenfalls etwas wegnehmen? Würde ich daran zugrunde gehen? Geistig? Materiell? Was würden Sie mir zahlen, wenn Sie es gut mit mir meinten? Für die paar Gedanken, aninspiriert von anderen?

(Und natürlich bin ich absoluter Anhänger der überall im Internet verbreiteten Kostenloskultur, ich nehme mir, was ich bekommen kann und zahle möglichst wenig. Oder gar nicht. Zum Beispiel für das vermeintlich geistige Eigentum einer von mir durchaus geschätzten Spieleschmiede, die mir für mein sauer verdientes Geld, dass ich ihr in den Rachen schmeißen soll, auch noch vorschreiben will, wie, wann, wo und warum ich einen von mir heiß begehrten Titel nutzen kann, darf, soll. Nö, soweit geht die Liebe dann doch nicht.)


Das Leben ist hart, nur sind wir Hertha?

Berlin ist, wenn morgens ein ordentlich abgeranzter und abgefüllter Typ mit Bierbüchse und blutiger Nase aus der S-Bahn steigt, sein Blut auf den Boden rotzt, sich das Gesicht mit dem T-Shirt abwischt, um dann in aller Seelenruhe in die nächste Bahn zu torkeln. In dieser Bahn sitzen wir, also Gestalten, denen die Verwirrung des Brückentages und des Mai-Feiertages, den wir alle zu mindestens 99 Prozent friedlich verbrachten, ins Gesicht geschrieben steht. Und die Sonne, die für rote Gesichter sorgt.

Der Typ torkelt also in die Bahn und niemand nimmt davon wirklich Notiz, außer dem einen Typen, der gleich hinter ihm einsteigt, Anzug, Schlips, Kragen, Tasche mit Notebook über der Schulter, die man aber gar nicht erwähnen müsste, denn digitale Gerätschaften sind Alltag, nicht-polyphone Klingeltöne aus einen stinknormalen Nicht-Smartphone, also einem echten Handy, dagegen schon. Der Anzugträger ekelt sich. Trotzdem: Keine Polizei. Irgendwann wird der Blutige-Nase-Mann doch von einigen ganz schön schief angeschaut, dann steigt er aus und vielleicht singt er jetzt das Ding von Peter Fox, Guten Morgen Berlin, du kannst so hässlich sein, dreckig und grau und so weiter.

Schwarz zu blau.

Blau und weiß. Also Hertha. Mir wurde überliefert, mein Opa mütterlicherseits sei ein großer Hertha-Fan gewesen, was mir nicht ganz einleuchtet, aufgrund der Familiengeschichte, geprägt von Weltkrieg, Mauerbau und kaltem Krieg, eine familieninterne Union vs. BFC – Feindschaft hätte mich eher überzeugt. Allerdings kenne ich meinen Opa mütterlicherseits leider gar nicht, nur Fotos, Überlieferungen, Kriegstagebuch, ich kenne dafür meinen Ersatz-Opa, der auch sehr toll war und Feuerwehrmann, aber mit Fußball nichts am Hut hatte. Wäre mein Opa mütterlicherseits also wirklich ein großer Hertha-Fan gewesen, er würde sich seit ein paar Wochen wohl im Grab umdrehen, wahre Frust-Pirouetten drehen, mal wieder.

Denn während man zum Beispiel in Freiburg oder Augsburg, vielleicht auch ein bisschen in Hamburg, während man also in den Burg-Städten miterleben kann, dass man dort ganz offensichtlich Bock auf erste Liga hat, sucht man diesen und verschiedenste andere Böcke im Olympiastadion und überall dort, wo Hertha drauf steht, vergebens. (Nur Sündeböcke findet man en gros.) Kind2 zum Beispiel fragte mich, ob diese Raffaels, Ramosse und wie sie nicht alle bejubelt werden wollen, eigentlich gar nicht hier in Berlin spielen wollen, sondern ganz woanders. In Paderborn vielleicht? Und dabei hat Kind2 diesem Raffael und seinem kleinen Bruder im letzten Jahr noch ganz ehrfürchtig die Hand geschüttelt.

Und auch wenn man emotional gar kein Hertha-Fan oder Anhänger oder Supporter oder Wasauchimmer ist, so ist man doch als ein in dieser Stadt lebender eben Berliner und als solcher auch ein wenig an Hertha interessiert, wenn man nicht gerade ausschließlich unionaffin ist oder meinetwegen auch BFCer oder Tebe oder Reinickendorfer Füchse oderoderoder, so muss man sich doch, wenn es um großmäuligen Erstligafußball geht, schon an diesem Verein wenden und ist dann, am Ende einer Saison, die – und da bin ich mir recht sicher, denn der Fußballgott schaut doch ganz genau hin, auch wenn der Trainer Rehagel heißt – zum zweiten Abstieg innerhalb von drei Jahren führen wird, einigermaßen enttäuscht und wundert sich nicht mehr, wenn die eigenen Kinder von Erwachsenen ausgelacht werden, wenn sie an fernen Urlaubsorten im Hertha-Outfit durch die Gegend spazieren.

Peinlich.


Gesammelter Scheiß, Folge 8

Borussia Dortmund, Deutscher Meister 2012. #Chronistenpflicht

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Diminutiv, ein komisches Wort. Kein Wörtchen, kein Wörtlein, nein, ein richtiges Wort, ausgewachsen und gereift, wer spricht schon gern in Diminutivchen? Und jeden Tag verwendet man ihn, macht Kinder, Hunde, Freunde klein, wenn man so will. Komisches Wort, Diminutiv. Und morgen schreibe ich vielleicht etwas über den Genitiv. Oder ist dem schon tot?

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Doch ausgerechnet jetzt leidet Weltfußballer Lionel Messi unter Ladehemmungen, die ihn äußerst selten befallen. In den beiden vergangenen Spielen konnte der Argentinier nicht treffen […]

Spox meint, Lionel Messi habe Ladehemmungen, immerhin hat er seit zwei Spielen kein Tor mehr geschossen. Ich meine, nur FIFA XX gestählte Daddelstürmer sehen das genauso. Auch so ein Klischee.

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Die Piratenfrage im Sinne einer, wenn nicht sogar DER Gretchenfrage ist doch, ob die auffälligen Piratenmenschen das, was sie da sagen, auch tatsächlich denken. Oder denken sie nicht bzw. denken sie gar nicht erst nach, bevor sie den Mund aufmachen und zwar nicht im Sinne „Darf ich das jetzt so sagen?“ sondern vielmehr im Sinne von „Ist das, was ich jetzt sage, womöglich auch etwas, das ich nicht einfach so daher sage, sondern auch denke?“ Letzteres wäre natürlich ein Problem und man wird gespannt auf Selbstreinigungsmechanismen achten, die verspielte Sympathien schnell auch wieder reinholen können. „Klar zum Entern“ oder „Klar zum Kentern“, wenn das mal nicht etwas für das Phrasenschwein ist.

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Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Und fange dann auch noch in der spärlichen Freizeit mal wieder mit dem besten besten besten allerbesten Lieblingsspiel an. Selbst verschuldetes Elend.

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Eine grüne Wiese für Hoffenheim. Mit Solarium. Und in Bremen scheint wieder die Sonne.

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Anders dagegen in Berlin, hier gibt es nur Reh-Hagel und schlechte Laune. Am Samstag lief der Vater eines sehr, sehr jungen Hertha-Nachwuchsspielers an mir vorbei und sprach laut in sein Telefon: „Eigentlich hätten wir 20:0 gewinnen müssen, aber am Ende stand es 2:2“. Eigentlich ist ein gutes Wort, wenn man an Hertha denkt. Eigentlich hätte man weniger über Abstieg reden müssen, wenn. Zu viel „wenn“, zu viel „aber“ und wenn man in Gelsenkirchen verliert oder besser: nicht gewinnt und Köln gleichzeitig in Freiburg nicht verliert oder besser: gewinnt, dann wird dieses „wenn“ Gewissheit, der zweite Abstieg innerhalb von drei Jahren perfekt und nichts ist mehr übrig von diesem „Eigentlich“.

(Wobei die Frage, ob von Dortmund lernen, wirklich siegen lernen heißt, tatsächlich einmal in den Raum zu stellen ist. Man müsste sich nur mal trauen?)

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Grundsätzlich wollte ich etwas über das Urheberrecht schreiben. Grundsätzlich geht mir die Debatte auf den Sack. Grundsätzlich bezahle ich gern für Inhalte. Grundsätzlich werde ich dafür bestraft, beschimpft, wird mir mein Leben als ehrlicher Urheberrechtsinhaltekonsument mies gemacht. Ich will das Urheberrecht nicht abschaffen, ich will, dass Inhalt, Kunst, Kultur entsteht, ich will aber trotzdem nicht das Gefühl haben, für die Unfähigkeit, funktionierende Geschäftsmodelle zu entwickeln, bestraft zu werden. So weit, so kurz.


Haltestellenkino

Natürlich muss sie sich beeilen, morgens, so kurz nach sechs, bleibt nicht mehr viel Zeit, das Büro wartet, der Rechner will hochgefahren werden, das Mailprogramm, die Mails vom Chef und vom Chefchef und von den Mitarbeitern und den Kumpels und den Freunden bei facebook, die doch gar keine Kumpel sind, denn das Internet ist nicht real. Also beeilt sie sich und stürzt die Treppe hinab, fast hätte sie sich das Genick gebrochen und dann wäre die Welt untergegangen – stellt euch das doch mal vor – denn niemand hätte ihren Rechner hochgefahren und die Mails gelesen, tonnenweise Mails, Milliarden wichtiger Mails, alles ASAP zu erledigen und dann auch noch diese anderen wichtigen Sachen, Terminsachen, alles schnellstens und sofortigstens zu erledigen

– aber vielleicht ist das hier auch nur eine Schreibübung.

Also rennt sie die Treppe herunter, als sei ihr der Ziegenfüßige höchstselbst auf den Fersen, schwingt im Nordicwalkingschritt mit ihren diesen ergonomisch geformten Rundsohlenschuhen, die eine tolle Hüfte machen und einen tollen Po und beim Abnehmen, Abnehmen, Abnehmen helfen sollen, neben allerlei effektiven und effektvollen Diäten – sieht man bloß nicht – aber eigentlich hat sie ja sowieso niemals nie Zeit für anständiges Essen, siehe oben. Sie schwingt also, rennt in den Supermarkt, der 24/7/7 offen hat, weiß doch jeder, was das bedeutet, und dann rennt sie durch die Reihen, greift sich Butter, Brötchen, Biomilch und rennt zur Kasse und dann, ja dann, dann sagt diese blöde Kuh von Kassiererin, das muss man sich einmal vorstellen, morgens, kurz nach sechs, kurz nachdem sie sich den Titel „Mayor of S-Bahnhof Friedrichstraße“ zurück erobert hatte, dann sagt diese Kassiererin also: Hier bitte nicht mehr anstellen.

Was?

Und rennt weiter.

(filed under: Nur mal kurz die Welt retten meets Bück dich hoch.)