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Brent Simmons

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Leben auf dem Mars


Waking Mars

Was man so macht, wenn man nicht gerade mit den Jungs „aufm Platz“ abhängt und denen zusehen darf und die anderen Menschen, die einen dabei umgeben, ertragen muss, wobei ja nicht alle in dieser Vereinsmeierei ihre Profilneurosen ausleben, aber einige, die ihren Machiavelli gelesen haben, obwohl sie den gar nicht kennen, geschweige denn buchstabieren könnten. Erschreckend, eigentlich, wie naiv man selbst an diese Geschichte mit dem Kinder- und Jugendfußball herangeht, während andere schon ganz bestimmt wissen, dass ihr Kind the next Schweinsteiger, Müller, wenn nicht sogar Messi ist und eine Mannschaft nur verliert, weil die anderen so schlecht sind.

Im Schatten liegen und dem Mars ein wenig Leben einhauchen, das nenne ich Kontrastprogramm.

(Waking Mars und viele andere Zeitdiebe, bis zum 01.06. fast geschenkt. Sozusagen.)


Gesammelter Scheiß, Folge 9

Finale dahoam. Das gesamte Internet ist zugesenft mit Meinungen dazu, das ist ganz gut so, hier kommt meine: Mäh. Letztlich kann man den Bayern vielleicht ihre mangelnde Effektivität, ihre schlechte Chancenverwertung vorwerfen, das Spiel hat aber das Glück entschieden. Aus Bayern-Sicht: Der Mangel daran. Ein Finale der Psychologie und des Zufalls. So ist Fußball, so ist das Leben. Chelsea FC ist nicht der BVB. Zehn Mann rennen gegen eine Mauer, die solide genug ist, auch nach hundertzwanzig Minuten nicht zu wackeln, das verunsichert natürlich. Wenn man genügend Beine im Strafraum parkt, wird der Gegner nie das Tor treffen (siehe auch im Camp Nou, 24.04.2012, 82% Ballbesitz und trotzdem nichts gewonnen). Dass Manuel Neuer als dritter Schütze einen ordentlichen Elfmeter einschenken darf, spricht für sich allein. Dass so wenige Spieler wirklich Verantwortung übernehmen wollten, kann man problematisieren, man kann es dem Menschen im Spieler aber nicht vorwerfen. Während des Spiels hing gefühlt ein riesiger Monolith aus Granit, prall gefüllt mit Erwartungen, über der Allianz-Arena, DAS Finale, im eigenen Stadion, eine Konstellation, die alle Zillionen Jahre im Laufe der Champions League mal vorkommt, der Präsident hatte sich das doch so gewünscht, alle hatten sich das gewünscht und jetzt musste man gewinnen, wer soll das aushalten? In der Nacht eine ordentliche Portion Bayern-Fan in mir entdeckt, na und? Klasse Choreo.

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Gesammelter Scheiß ist ja letztendlich auch die Fortführung von Senf mit anderen Mitteln.

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Hertha? Einspruch! Wirtschaftlich nachvollziehbar, sportlich eine Frechheit. Überaus schlechte Rückrunde, kein Relegationsspiel überzeugend für sich entscheiden können, sportlich spricht alles für einen Abstieg, Pech für Düsseldorf, dass sich ihre engagierten und übermotivierten Fans zu früh freuten. Hertha, meine Sympathie sichert ihr euch mit diesem gesammelten Scheiß nicht. Ist euch aber vielleicht auch Wurst.

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Verheiratet mit Jogis 12. Frau.

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Diablo 3, auch etwas, das ein bisschen scheiterte. An seiner eigenen Popularität und auch an der allgemein in der sogenannten Urheberszene anerkannten Idee, dem gemeinen Benutzer zu misstrauen, ihn grundsätzlich immer für einen Raubkopierer zu halten und ihm so wenig Bequemlichkeit wie nur möglich zu bieten. Man kann Diablo 3 nicht einfach so spielen, vor allem nicht in der Sahara oder der Arktis oder auf dem Mount Everest, zumindest wenn man dort kein Internet hat. Nicht einmal eine schnöde, einsame Landpartie als Einzelkämpfer (über Jahre in Diablo und Diablo II so praktiziert) ist ohne Netz möglich: Unnötig. Und dabei weiß doch jeder, dass DRM gar nicht funktioniert. Seis drum, nun freue mich auf Torchlight 2.

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Ach ja: Bengalo-Werfer haben ganz kleine Schwänze.

(scnr)


Sätze ungeahnter Schönheit VI

„Einsam spazierte ich auf den weißen Punkt, rings um mich Sahara“, so beschrieb es Hoeneß später. „Ich schaute dem Ball nach, sah ihn immer höher steigen. Wie eine Weltraumrakete von Cape Kennedy sauste er in Richtung Wolken.“

Uli H., Präsident [quelle] versteht den bemitleidenswerten Herrn Schweinsteiger.

(Und am schlimmsten ist das hämische Grinsen der Typen, die diesen Ausgang des Finales der Champions League unbedingt schon vorher gewusst haben wollen.)


1. Bundesliga, Saison 2011/ 2012

(Nachdem mein Interesse an Bundesliga-Fußball mit der Saison 2008/ 2009 seinen tiefsten Tiefpunkt erreicht hatte, ist es nun wieder ungefähr auf dem gleichen Level wie vor zwanzig Jahren. Die Jahre dazwischen waren zwar alles andere als grau, aber eben mit ohne Bundesliga. Jetzt aber.)

StatistikStatistikStatistik

Live vor Ort gewesen: 1 Mal

Supercupsieger: FC Schalke 04 (persönlicher Saisonbeginn)
Herbstmeister: FC Bayern München
Meister: Borussia Dortmund
Pokalsieger: Borussia Dortmund

(Kleine Anekdote zum Pokalfinale für das Archiv: Durch Zufall in Zehlendorf der schwarz-gelben Gang auf nem Platz begegnet, der Herr Klopp wie immer lachend und Zähne zeigend, seine Jungs locker, gelöst, scherzend und professionell über den Platz trabend, alles super, alles locker, alles geil, konnte man denken und sich fragen: Geht es bei den Bayern ähnlich zu? Mir fehlt der Vergleich, aber das was ich da kurz sah, versprach schon irgendwie einen Pokal, an diesem Samstagmorgen. Wobei die Bayern doch gar nicht so schlecht sind, wie ihre Abwehr im Pokalfinale gespielt hat.)

Torschützenkönig: Klaas-Jan Huntelaar – 29 (Schalke 04)
Vorlagenkönig: Franck Ribery – 12 (FC Bayern)
Spieler der Saison: Marco Reus
(wenn man den Statistiken vom kicker und whoscored trauen möchte. Beispielsweise.)

Überraschung der Saison: David Alaba

(Kind2 fragte schon, warum der nicht für Deutschland spiele, immerhin spielten doch mindestens fast alle Spieler des FC Bayern auch in der deutschen Nationalmannschaft und so. Man kann nicht alles haben.)

Aufsteiger: Greuther Fürth, Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf (durch Relegation)
Absteiger: 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Köln, Hertha BSC (durch Relegation)

(Zwei Trainerentlassungen später steht man hier in Berlin, der Hauptstadt ohne Erstligaverein – als wäre das ein Qualitätsmerkmal – also wieder in der zweiten Liga. Wie vor zwei Jahren schon einmal. Und beide Relegationsspiele beweisen es: Zu Recht (Wobei ich bis zur gelb-roten Karte für Ben-Hatira noch anderer Meinung war). Und leider. Und wenn schon absteigen, dann mit einem Spiel an das sich alle erinnern werden, mit Fackeln im Sturm – aus dem Berliner Block – und stürmenden Fanatikern aus der Düsseldorfer Ecke, deren Schwarmintelligenz nicht ausreichte zu bemerken, dass ein Spiel, auch wenn es 97 Minuten dauert, erst zu Ende ist, wenn der Schiedsrichter wirklich abpfeift. Ohne Konsequenzen wird das alles nicht bleiben, denn wer Wind sät, wird Sturm ernten.)

Trainerentlassungen: Markus Babbel (Hertha BSC), Robin Dutt (Bayer Leverkusen), Marco Kurz (1. FC Kaiserslautern), Michael Oenning (Hamburger SV) Stale Solbakken (1. FC Köln), Markus Sorg (SC Freiburg), Holger Stanislawski (Hoffenheim), Michael Skibbe (Hertha BSC)

Ständige, lesenswerte Saisonbegleiter (short list): Alternative Liste bei Spox (zum Beispiel), Trainer Baade, Ballverlust, Freitagsspiel, Heinz Kamke, Spielverlagerung

Zum Fan – im Sinne eines fanatischen, alle Gefühle bestimmenden und omnipräsenten Ultraunterstützens eines bestimmten Vereins – bin ich in dieser Saison immer noch nicht geworden. Heimlicher Geheimtipp dieser Saison: Hannover 96, aber nur wegen der EL und des roten Blogs.


„Geistiges Eigentum ist wie ein Fahrrad“

Wird mein Fahrrad geklaut, kann es teuer werden. Dann hab ich es nämlich verbreitet. Der Hersteller kann dann ja keines mehr direkt an den Dieb verkaufen. Und ich stehe dafür gerade.

Mein Rad – 137b zeitweise

Geistiges Eigentum ist geistiges Eigentum, wahrscheinlich eine magische Essenz aus der World of Warcraft. Wer viel Mana hat, hat auch viel geistiges Eigentum. Zum Beispiel.

Wobei natürlich zu fragen ist: Wem gehört denn hier was? Wieviel Eigentum kann ich beispielsweise an einem Musikstück haben, dass ich in einem dafür vorgesehenen Programm am Schreibtisch aus zuvor von anderen aufgenommenen Samples, die mir zur Nutzung überlassen wurden (schließlich habe ich für das Musikerstellungsprogramm ordnungsgemäß bezahlt bzw. eine Lizenz erworben, zur Nutzung, was wiederum neue, unglaublich komplizierte Fragen aufwirft etc. pp.), zusammenklöpple und abspeichere? (Ist durchaus schon einmal vorgekommen.) Gehört das dann mir allein oder mir gemeinsam mit den Menschen, die in mühsamer Heimarbeit kleine Soundschnipsel digitalisierten und abspeichert, damit ich daraus Neues bastle? Gehört dieser kleine, aber frisch geschöpfte Text hier mir und das Zitat dem Autor des verlinkten Blogs und nehme ich ihm mit dem Zitat etwas weg und würde mir jemand, der mich zitierte, ebenfalls etwas wegnehmen? Würde ich daran zugrunde gehen? Geistig? Materiell? Was würden Sie mir zahlen, wenn Sie es gut mit mir meinten? Für die paar Gedanken, aninspiriert von anderen?

(Und natürlich bin ich absoluter Anhänger der überall im Internet verbreiteten Kostenloskultur, ich nehme mir, was ich bekommen kann und zahle möglichst wenig. Oder gar nicht. Zum Beispiel für das vermeintlich geistige Eigentum einer von mir durchaus geschätzten Spieleschmiede, die mir für mein sauer verdientes Geld, dass ich ihr in den Rachen schmeißen soll, auch noch vorschreiben will, wie, wann, wo und warum ich einen von mir heiß begehrten Titel nutzen kann, darf, soll. Nö, soweit geht die Liebe dann doch nicht.)


Sätze ungeahnter Schönheit V

Dieser Klub hat Angriffsfußball neu definiert, nach Art eines Fechters, der den Ball wie die Klinge hin und her führt, den Gegner mit Richtungswechseln und Finten, Gegenattacken und Paraden so beschäftigt, bis sich eine kleine Trefferfläche öffnet. In die stößt es dann hinein, das Florett namens Messi.

Christian Eichler über den FC Barcelona und seinen Messi(as) und nicht über das Fechtzentrum Tauberbischofsheim